Montag, 14. März 2011

Heute Montag, 17 Uhr am Kanzleramt


Unsere japanische Muse hat was zu sagen:

Liebe Freunde,

vielen Dank für eueren Beileid und Wörte mit Liebe.
Euere Freundschaften und Botschaften leite ich an meinen Familie und Freunden in Japan weiter.
Am Samstagabend gab es im Deutschlandfunk ein Interview mit einer Japanerin, die seit 1994 in Düsseldorf lebt. Am Ende fragte sie der Moderator: "Was können wir von Deutschland aus tun, wie können wir behilflich sein?" Ich war sehr dankbar für diese Anmerkung, aber beantworten konnte ich seine Frage nicht. Ich habe selbst keine konkreten Vorstellungen, was man dort gut gebrauchen kann. Essen, Decken und Medikamente sind dort noch vorhanden. Das Schlimmste sind die Zerstörungen durch den Tsunami. Da brauchen wir noch Zeit, um das ganze Ausmaß zu begreifen und zu überlegen, womit man am besten anfangen könnte und dürfen keine voreiligen Entscheidungen treffen.

Ich habe eine Nacht darüber geschlafen und wünschte mir von Deutschland in dieser Zeit nicht nur materielle Hilfe, sondern besonders gedankliche Anteilnahme, wie z.B. die Diskussion über die Verwendung von Atomkraft in Japan und Deutschland anzutreiben und auszuweiten - bis zum kompletten Ausstieg. Die japanischen Bürger werden von den Politikern und Großkonzernen, wie Toshiba, Mitsubishi und Hitachi, mit Slogans wie "sauber, ungefährlich" geködert, um ein möglichst positives Image zu erzeugen. Heute, angesichts der aktuellen Katastrophe, denken die Japaner darüber nach, was man aus den Erfahrungen für die Zukunft lernen kann, welche Schlüsse daraus zu ziehen sind und welche Änderungen getroffen werden müssen.

Es sollte sich möglichst schnell eine starke Bürgerinitiative organisieren und den nötigen Druck auf Politik und Konzerne ausüben, bevor diese wie gewohnt weitermachen und die japanischen Bürger wie"dumme Kühe" behandeln und zu übergehen. Der augenblickliche Zeitpunkt ist eine große Chance, um den Teufelskreis der vom Kapital bestimmten Atompolitik zu durchbrechen und sich neu zu orientieren.
Aber es wird sehr schwer werden, sich gegen taktisch klug operierende, gewinnorientierte Konzerne und zensierte Medienberichterstattungen durchzusetzen.

Noch Mals herzlichen Dank für eueren Mitgefühl.
Maki Shimizu

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Vorschlag der Musen:
Kommt doch alle heute gegen 17 Uhr zum Kanzleramt. Mehrere verschiedene Initiativen haben dazu eingeladen, dort Solidarität mit der japanischen Bevölkerung zu zeigen und unsere Regierung zum baldigen Abschalten ALLER ATOMKRAFTWERKE IN DEUTSCHLAND zu bewegen.

Unterzeichnen bei Campact: Abschalten!

Petition unterzeichnen: Energiewirtschaft - "Seekabel" als Bestandteil alternativer Stromversorgung.

Kommentare:

  1. Ich bete für Japan und die Welt, mögen wir bald zur Vernunft kommen. Ein großes Umdenken wie wir mit unserer Energie in Zukunft umgehen und wo wir sie her bekommen!
    Schicke viel Kraft für Dich und Deine Familie und Freunde zu Hause,
    liebe Maki

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  2. Vielen Dank für den Eintrag; er hat mir viele Fragen beantwortet, die seit Freitag in meinem Kopf herumgeistern. Neben der Anteilnahme. Japan - you have my sympathy! Liebe Grüße aus der Sanderstraße

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